Die Erweiterung des Wortschatzes lexikalisch gestörter Kinder ist sprachtherapeutisch eine never-ending-story. Aktuelle therapeutische Erfahrungen setzen auf exemplarisches Lernen, wobei an einem begrenzten Wortschatz semantische und/oder phonologische Elaborationsarbeit geleistet wird und ggf. Abrufhilfen gegeben werden. Die damit verknüpfte Hoffnung auf Generalisierung hat sich empirisch nicht bestätigt. Auf diesem Hintergrund hat Prof. Motsch eine neue Strategietherapie entwickelt, die Vorschulkinder wieder zu lexikalischen Staubsaugern machen soll. Die Kurzzeit-Therapie versucht lexikalisches Lernen spracherwerbsgestörter Kinder durch therapeutische Verstärkung von Umwelterkundungsverhalten, Vermittlung von Fragestrategien und Kategorisierung eingespeicherter Lexeme zu deblockieren.
Die Veranstaltung versucht den TeilnehmerInnen im ersten Teil den theoretischen Hintergrund zum Verständnis der neuen Therapiemethode zu vermitteln. Im Hauptteil wird handlungsorientiert die neue Methode in Rollenspielen erprobt und in Videosequenzen analysiert.
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Leitung
Univ.-Prof. Dr. Hans-Joachim Motsch, Universität zu Köln
Termin und Ort
Freitag, 07.10.2011, 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag, 08.10.2011, 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Praxis für Logopädie Rhea A. Blake, Seeheimer Str. 63, 64319 Pfungstadt
Fortbildungspunkte: 15
Kosten
210 Euro (mit Pausensnacks sowie Imbiss am Samstag), Überweisung nach Erhalt der Rechnung
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Programm
Freitag, 07.10.2011
13:00-14:30 Modellorientierte Grundlagen lexikalischer Therapie:
Bedeutungserwerb und Sprachverarbeitung
Pause
15:00-16:15 Diagnostik lexikalischer Störungen im Vorschulalter (kriteriengeleiteter Überblick)
Therapiemethoden bei lexikalischen Störungen: Effektivität und Effizienz
Pause
16:30-18:30 Der Wortschatzfinder: Elaborations- und Abrufhilfen
Samstag, 08.10.2011
09:00-10:00 "Der Wortschatzsammler": Neue Strategietherapie (I): Prinzipien, Aufbau, Phasen
(Kleingruppenarbeiten, Erweiterung mit Videosequenzen)
Pause
10:15-11:30 "Der Wortschatzsammler" (II)
Pause
11:45-12:45 "Der Wortschatzsammler" (III)
Mittagspause
13:30-15:00 "Der Wortschatzsammler" im Schulalter
Pause
15:15-16:45 Elternberatung im Wortschatzsammler: Prinzipien, Inhalte
(Kleingruppenarbeiten, Erweiterung mit Videosequenzen, Diskussion)
Zielgruppe
Logopädinnen / Sprachtherapeutinnen, die Interesse daran haben, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im Bereich "Therapie lexikalisch gestörter Kinder" zu erweitern.
Arbeitsform
Die teilnehmerbegrenzte Veranstaltung trägt Workshopcharakter mit hohem Praxisanteil (70%). Neben wenigen Referaten (30%) steht die Eigenerfahrung der TeilnehmerInnen in Übungen und Kleingruppenarbeit, die Analyse von Videosequenzen und die Fachdiskussion im Mittelpunkt.
Vorbereitung oder Nachbereitung des Kurses
Empfehlenswert ist, wenn die TeilnehmerInnen Gelegenheit finden, folgen-des Überblickskapitel zu lesen:
Kannengieser, S. (2009): Sprachentwicklungsstörungen. München: Elsevier, Kap. 6 Bedeutungserwerb, Lexikonerwerb und semantisch-lexikalische Störungen, 197-264
Zum Referenten
Dr. Hans-Joachim Motsch hat Logopädie, Sonderpädagogik und Psychologie studiert. 15 Jahre war er Leiter der Abteilung Logopädie an der Universität Freiburg/Schweiz. 1992-2004 arbeitete er als Professor für Sprachbehindertenpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Seit 2004 hat er den Lehrstuhl für Sprachbehindertenpädagogik in schulischen und außerschulischen Bereichen an der Universität zu Köln. Er ist Leiter des FBS (Forschungsinstitut und Beratungsstelle für Sprachrehabilitation) und Mitglied der Kompetenzgruppe des ZMI (Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration).
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